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    Susanne Bosch  
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Stadtteilkarte der Geschichten © Julian Sterz / Gloria Gaviria 2019
Stadtteilkarte der Geschichten © Julian Sterz / Gloria Gaviria 2019
Stadtteilkarte der Geschichten © Julian Sterz / Gloria Gaviria 2019
Stadtteilkarte der Geschichten © Julian Sterz / Gloria Gaviria 2019
Stadtteilkarte der Geschichten © Julian Sterz / Gloria Gaviria 2019
Stadtteilkarte der Geschichten © Julian Sterz / Gloria Gaviria 2019
Stadtteilkarte der Geschichten © Julian Sterz / Gloria Gaviria 2019
Juli Presenation im HdS © Ulrike Zimmermann 2019
Juli Presenation im HdS © Ulrike Zimmermann 2019
Juli Presenation im HdS © Ulrike Zimmermann 2019
Wir wollen das anders! Spiel Holzmarkt © Gloria Gaviria 2019
Wir wollen das anders! Spiel Holzmarkt © Gloria Gaviria 2019
Wir wollen das anders! Spiel Holzmarkt © Gloria Gaviria 2019
Wir wollen das anders! Spiel Holzmarkt © Gloria Gaviria 2019
Wir wollen das anders! Spiel Holzmarkt © Gloria Gaviria 2019
Wir wollen das anders! Spiel Holzmarkt © Gloria Gaviria 2019

Kartographische Prozesse ist die Methode der Projekte kommen und gehen | verweilen in Berlin Wedding (2018-2020) sowie des Projektes  Stadtteilkarte der Geschichten in Zusammenarbeit mit Dr. Gloria Gaviria, Karl Marx Allee Berlin Mitte.

Kritische Kartographie hinterfragt das dominante Paradigma der Kartographie, das besagt, dass Karten neutrale Abbilder der Wirklichkeit seien. Als Methode analysiert sie Karten als Ausdruck und/oder Produzenten sozialer Wirklichkeiten. Durch kritisches Hinterfragen von Karten und ihrer Entstehung generell und im Einzelnen wird Wissen zeitlich und räumlich situiert, dessen Beziehung zu Macht untersucht und Grundlagen des Denkens in Frage gestellt.

Stadtteilkarte der Geschichten begann im Mai 2019 mit einem Stand auf dem Nachbaschaftsfest Schillingstrasse. einen ganzen Tag lang befragten wir Nawohner*innen und luden zum Erzählen ein. Die vielen Daten und Infos werteten wir in Karten aus, die wir im Juli 2019 im Haus Der Statistik einem interessierten Publikum aus Nachbar*innen und Stadtinteressierten vorstellten. Aus dem kartographischen Prozess der Stadtteilkarte der Geschichten entwickelte sich aber auch der Prototyp eines  interaktiven Rollenspiels. Wir luden im August 2019 zu Wir wollen das anders! ein, das als argumentatives Rollenspiel die Akteur*innen eines Stadtteils einludt, aus einer anderen Perspektive zu agieren und zu argumentieren.

AROSA_Argumentatives Rollenspiel der Agierenden

Mit dem Spiel AROSA entwickelten wir 2019 ein interventionistisch-partizipatives Kunstprojekt. Die Grundidee besteht darin, eine kapitalismuskritische künstlerische Praxisform für und mit Menschen einer Nachbarschaft zu entwickeln. Im Kern lädt das Spiel ein, durch Rollenwechsel und Argumentationserfahrungen eine Vision von möglichen kollaborativen und ko-kreativen Möglichkeiten der gemeinsamen Lebensweltgestaltung zu entwickeln.

Konzept: AROSA ist eine partizipative Methode, die einlädt, die Stimmen aller aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Das Spiel will Partizipations- und Entscheidungsprozesse unterstützen. Die Spielprinzipien konzentrieren sich auf das Zuhören sowie das Finden von Argumenten aus einer neuen Perspektive oder Rolle, die mit der Haltung eingenommen wurde, aus neuen Visionen zu Bewusstsein für neue Themen und neue Ideen zu schaffen. Es entsteht ein Diskussions- und Dialogprozess, der es den Teilnehmenden ermöglicht, inspirierende, überraschende Prozesse und Ideen sowie neue Allianzen und Kooperationen zu erleben und gemeinsam Entscheidungen für eine bessere zukünftige Entwicklung eines Anliegens zu treffen.

Ziel: Das Ziel einer Spielrunde ist, gemeinsam eine Vereinbarung auszuhandeln. Co-Intelligenz und Co-Kreativität ist mehr und mehr in urbanen Prozessen gewünscht und gefordert, gleichzeitig werden vielschichtige Interessen miteinander verhandelt. Oft erleben die Menschen Ohnmacht und Unverständnis. In diesem Spiel werden Entscheidungen aus einer anderen Perspektive kennengelernt. Verhandlungsfähigkeit ist etwas, was aus der Rolle der Machtvollen wie Machtlosen performativ erprobt wird.

Spiel in der bildenden Kunst: Partizipatorische Kunstprojekte laden in Schnittflächen öffentlicher Interessen ein. Sie zielen auf Beteiligung und Teilhabe. In der kontextbezogenen Kunst, wo Kommunikation ein wesentlicher Teil der künstlerischen Form bildet, ist Spielen ein besonders gelungenes Format für Partizipation. Die Kunsthistorikerin Silke Feldhoff beschreibt 2016 in ihrem Buch Partizipative Kunst: Genese, Typologie und Kritik einer Kunstform zwischen Spiel und Politik“,  wie sich partizipatorische Kunst inhaltlich und formal in verschiedenen Formaten konstituiert: 1. In dem Begriff "Partizipation‘ sind die Perspektive der Künstler*in und die Perspektive der Rezipient*in vereint.[1] 2. „Kriterium partizipativer Kunst ist die leibliche Präsenz, die physische Involvierung und die körperliche Aktivität der Rezipient*in.“ [2]und 3. Kunst wird zum prozessualen Projekt, es geht um Handeln.


 



[1] Feldhoff, 2016: 21
[2]
Feldhoff, 2016: 34