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    Susanne Bosch  
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©Henrik Meyer, 2014
©Martin Keil, 2014
©Susanne Bosch, 2014

Dies sind 9 Ansätze und Interventionen, die ich in Dortmund im Borsigviertel realisiert habe. Vom 10.7.-1.10.2014 war ich dort als Künstlerin tätig, um mit BürgerInnen transformative Prozesse kennenzulernen und zu erarbeiten. Alle Projekte wurden mit der Kunstwährung “Chancen” finanziert. Ich danke allen, die sich an diesen Prozessen beteiligt haben! https://susanneinborsig11.wordpress.com/

I. Trash Tour, 19.07.2014
Bei der Trash Tour ging es um einen gemeinsamen Mitmach-Spaziergang durch den Kiez, wo „Müll“ als freies Material angesehen wurde und an den weissen Schutzanzug geklebt / befestigt wurde. Die Idee war, auf diese Weise eine Art sich wandelnde Skulptur aus Material zu werden. Überall in der Nordstadt sieht man so allerhand liegen gelassene Objekte, von kleinen Papierchen bis zu Waschmaschinen. Sie liegen auf dem Boden, in den Beeten, hängen im Grün der Gegend. Ausgestattet mit einem “klebrigen” Einweg-Overall und Handschuhen gingen wir eine Route durch die Nordstadt und erlebten, was so alles an uns hängen bleibt. Im Gespräch reflektieren wir, was uns in die Hände gefallen ist, was das bedeutet, was gerade zwischen uns passiert.
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II. Givebox
Entwurf, Bau, Auftakt und Eröffnung (09.08.2014) der Givebox am Borsigplatz. Eine Givebox dient dem kostenlosen Austausch von Dingen in der Nachbarschaft – was man nicht mehr braucht, aber jemand anderem vielleicht noch Freude bereiten könnte, kann in die Givebox einsortiert und dort von anderen begutachtet und mitgenommen werden.
Tagelang hatten eine Gruppe von Menschen gebaut: Amanda, Andre, Pia und ich. Ein bisschen Margruite, ein bisschen Guido. Die Givebox hat ferner eine Werbeaufgabe: so weisen Schilder auf den Verein und die Kunstwährung “Chancen” hin.
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III. Mobile Ajvar Küche, 30.08.2014
Susanne Bosch und Regina Pemsl kochten gemeinsam mit Beteiligten auf dem Kleinen Borsigplatz in Dortmund ein: Ajvar oder Ajwar, auf mazedonisch und serbisch: ajвар;  auf türkisch: Hajvar oder Kavyar, auf albanisch: Ajvari, ist ein Mus gemacht aus roten Paprika, dass kalt gegessen wird mit Fleisch und als Aufstrich oder heiß genossen wird zu Reis und Nudeln. Ajvar wird traditionell zusammen gekocht, Nachbarn, Verwandte und Freunde helfen, die Paprika zu häuten und zusammen das Mus zu rühren. Anwesend war ausserdem die Sängerin Inga samt Gitarrist. Sie sang von 12-16 h. Ferner nahm Werner Pregler, Nürnberg, Klänge auf und involvierte zum Teil die Kinder vor Ort.
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http://mobilekueche.wordpress.com

IV. Apfelmus machen, 06.09.2014
Nachdem beim Avjar kochen am 30.8. der Wunsch nach Fortsetzung geäußert wurde, folgte eine Apfelmus Machen Aktion am Borsigplatz. Die Äpfel, ein grüner Herbstapfel, wurden in Stöckey, Thüringen von FreundInnen direkt vom Baum in 2 Bananenkisten gepflückt. Rund 45 kg gingen mit der Paketpost auf dem Weg nach Dortmund, wo sie heil eintrafen. Dank den Töpfen von Angela, der Flotten Lotte und leeren Gläsern sowie Brettchen von Frau Reinold, Kopieren und Plakatieren von Susanne und Norbert Heins und etlichen helfenden Händen, wurden die Äpfel in 4 Stunden in 3 großen Töpfen zu etlichen Gläsern Apfelmus mit und ohne Zimt eingekocht. Parallel standen die Bücherbox und die Givebox auf dem Borsigplatz.
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V. Utopisten & Weltenbauer, 30.08.- 05.10.2014
Das Mögliche hat seine Spur im Sein – Wunschträume, Visionen und fantastische Welten
Küntlerhaus Dortmund
Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:
Lucie Biloshytskyy
Susanne Bosch
barbara caveng
Stefan Eichhorn
Hörner / Antlfinger
Christine Niehoff
Felix Reidenbach
Gaby Taplick
Katinka Theis
Jan Vormann

Als hätten wir noch einen zweiten Planeten, zu dem wir umziehen könnten… Allerorten entstehen Repair-Cafés als Antwort auf die momentane Konsum- und Wegwerfgesellschaft und dem Überdruss an respektlosem und schnellem Umgang mit Material. Die Postwachstumsökonomie plädiert für einen neuen Umgang mit der Welt durch Pflege, Selbermachen, Selberanbauen, Service, Reparieren, Gemeinschaft und Verzicht. Sie hinterfragt den Begriff des Wohlstandes aufgrund unserer entgrenzten Wachstumsideen.  Eine Installation bestehend aus Zeichnungen, Holz und der Werkstatt stellt die Utopie der Subsitenzökonomie vor.

Susanne Bosch sieht den Möbelmüll auf den innerstädtischen Straßen als ideales Materiallager, um gemeinsam mit AnwohnerInnen neue nutzbare Objekte daraus zu bauen. Es entstand die MOBILE Werkstatt, die jeweils vor Ort in Funktion geht. Während der Ausstellung wird die Werkstatt in der Dortmunder Nordstadt aus Möbeln Bücherboxen bauen.

VI. Die MOBILE WERKSTATT
Die Mobile Werkstatt ist eine Werkstatt, um an Ort und Stelle zu arbeiten.
Die Mobile Werkstatt macht Einsätze, die maximal einen Tag dauern und arbeitet idealerweise direkt vor Ort auf der Strasse.
Die Mobile Werkstatt nutzt altes und überschüssiges Werkzeug, dass AnwohnerInnen gespendet haben.
Die Mobile Werkstatt kann Möbel reparieren und gestalten.
Die Mobile Werkstatt kommt kostenfrei. Die Mobile Werkstatt arbeitet mit lokalem Wissen und mit / für Menschen vor Ort. Man muss nichts wissen um mitzumachen, man darf anderen zeigen, was man kann.Der Kauf der MOBILEN Werkstatt wurde mit ‚Chancen' finanziert, der neuen Kunst-Währung am Borsigplatz.
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VII. Bücherboxen
Bauen von Bücherkisten aus Sperrholz von der Strasse. Leon und ich benutzen die Schreinerwerkstatt im Künstlerhaus Dortmund zum Vorschneiden. Das Design stammt von Oliver Schübbe, www.os2-designgroup.de. KünstlerInnen des Künstlerhauses Dortmund und die AnwohnerInnen bauten zusammen 12 Bücherkisten, die im semi-öffentlichen stadtraum mit Büchern ausgestattet zum Geben und Nehmen einladen.

Der Bau der Bücherkisten ist eine Reaktion auf die vielen überflüssigen Bücher, die in den Räumen von Borsig11 aus einem vorhergehenden Projekt eingelagert sind.
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VIII. Vertellekes
Nachbarn erzählen! Wie war es früher im Borsigviertel? Was sind Hoeschianer? Seit wann gibt es diese kulturelle Vielfalt? Wie kam der Fußball an den Platz? Wo sind all die Stahlwerkarbeiter hin nach der Schliessung? Wie kocht man Dortmunder Pfefferpotthast? Wo gibt es die besten Putzmittel, die für alles gut sind? Wie ist das mit den Ausländern und auch mit der gefahr im Viertel? Susanne Bosch sitzt jeden Freitag bei belegten Brötchen und Kaffee von morgens an im Frisuer Salon, schaut bei Waschen, legen, föhnen und tuppieren zu und hört die Geschichten der Frauen an. 

„Die Momente haben es eilig.
Die Jahre haben es noch eiliger.
Die Jahrzehnte haben es am eiligsten.
Nur die Erinnerungen haben Geduld mit uns.“ (Erich Kästner)

IX. DANK_GEBEN / THANKS_GIVING
Selbstgemachtes von Gastkoch Stefanos Kokkalis
Bücherkisten abholen
Die Nachbarschaft zelebrieren
Vor “Gabys Kamm und Schere”, Stahlwerkstraße 55, 44145 Dortmund,
17-19 h

Als Borsig11-Künstlerin habe ich mehr als einen Grund mich bei euch zu bedanken mit grossartigem Essen dank Gastkoch Stefanos, Getränken und einigen Bildern von dem, was in den letzten 11 Wochen an Aktionen und Interventionen stattgefunden hat.  Auch gibt es sicherlich noch ein paar Bücherkisten zu vergeben, die einen semi-öffentlichen Ort suchen (in eurem Treppenhaus z.B.?).
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